Dos und Donts im Kururlaub

Die Gründe aus denen Menschen in eine Kur gehen (müssen) sind sehr verschieden. Die einen kommen nach einem Unfall, andere sind nach jahrelanger Überarbeitung mehr als reif für eine Auszeit und bei wieder anderen ist eine schwere Operation der Grund für ihren Kuraufenthalt. Allen gemeinsam ist aber der Wunsch, sich körperlich und seelisch wieder fit zu fühlen und wieder zum Zustand von einst zurück zu kehren. Doch damit eine Kur funktioniert und der erhoffte Effekt sich auch wirklich einstellt, muss einiges passieren. Die reine Anwesenheit eines Patienten reicht für eine erfolgreiche Kur nicht aus. Doch gerade da liegt das Problem, denn viele Kurbesucher sträuben sich gegen die Methoden, mit denen sie konfrontiert werden und weichen den Aufgaben, denen sie sich gegenübersehen, aus. Im Folgenden finden Sie ein paar sehr einfache, aber doch ebenso nützliche Hinweise mit Hilfe deren Beherzigung Ihr Kuraufenthalt sicher den gewünschten Erfolg bringen wird.
Die erste und wichtigste Regel lautet: Vertrauen Sie dem Personal und lassen Sie sich auf die Sache ein. Immer wieder kommt es vor, dass Patienten, besonders die der älteren Semester, sich Ihrer Kur ein Stück weit, manchmal sogar unbewusst, versperren. Natürlich leben Sie schon viele Jahren in ihrem Körper und wissen, was ihnen schadet und was nicht, doch das Personal in Kurkliniken ist speziell geschult und weiß leider manches, so weh diese Erkenntnis auch tut, besser. Auch wenn Sie denken, ein Vortrag über gesundes Essen oder die Gefahren von übermäßigem Alkoholgenuss könnte Ihnen keine neuen Erkenntnisse bringen, gehen Sie hin! Hören Sie zu und seien Sie ehrlich zu sich selbst!
Ein anderer wichtiger Rat lautet: überschätzen Sie sich nicht, aber trauen Sie sich auch nicht zu wenig zu. Oft klagen Kurpatienten über erbarmungslose Physiotherapeuten, die auf die Schmerzen ihrer Patienten keinerlei Rücksicht nähmen. Tatsächlich ist es so, dass jede Therapie leider immer auch mit einem gewissen Grad an Schmerzen verbunden ist. Wenn ihr Physiotherapeut sie bittet, die Übung noch ein letztes Mal zu wiederholen oder das Bein noch ein kleines Stücken weiter zu strecken, dann versuchen Sie es. Der Erfolg wird sie für Ihre Tapferkeit belohnen. Auf der anderen Seite macht es keinen Sinn, die eigenen körperlichen Probleme zu ignorieren. Wenn ihr Arzt sagt, sie sind noch nicht so weit, um am Sportprogramm teilzunehmen, dann tut er das nicht aus bösem Willen, sondern weil es medizinisch einfach noch nicht sinnvoll wäre, Ihren geschwächten Körper zu sehr zu beanspruchen.
Ein ganz anderes Problem, mit dem Menschen in einer Kur sich herumschlagen ist zwischenmenschlicher Natur. Oft ist der Kurort weit vom Wohnort entfernt, Besucher kommen nur selten vorbei und die Patienten fühlen sich schlicht und ergreifend allein. Aber wo müsste das weniger sein als in einer Kur? Schließlich geht es jedem einzelnen der anderen Patienten genauso. Seien Sie offen und schließen Sie Kontakte. Auch wenn der Funke nicht gleich überspringen will, ein bisschen Kontakt, ein kleines Gespräch hier und da, das sollte schon drin sein und wird Ihre Laune mit Sicherheit steigern.
Der Ratschlag, der wohl der entscheidende für einen dauerhaften Erfolg einer Kur ist, ist zugleich der letzte und der schwerste: Nehmen Sie das Gelernte mit nach Hause und verfallen Sie nicht gleich in alte Muster. Auch wenn es schwerfällt, wenn Sie in der Kur gemerkt haben, dass sich Angewohnheiten in Ihren Alltag geschlichen haben, die Ihrem Körper und Ihnen schaden, dann müssen Sie diese aus ihrem Leben verbannen. Nichts ist bedauerlicher als wenn ein Patient tapfer eine wochenlande Kur durchgestanden und enorme Fortschritte gemacht hat und diese dann – kaum wieder zu Hause – gleich zu nicht gemacht werden.